· 

„Gefährten“ von Ali Smith


[Werbung Rezensionsexemplar.]

 

Klappentext:

„Sandy, eine Künstlerin, hütet Haus und Hund ihres Vaters, der während des Lockdowns im Krankenhaus liegt. Völlig unerwartet erhält sie den Anruf einer ehemaligen Studienkollegin, die sie ewig nicht gesehen hat und die ihr von einem merkwürdigen Traum erzählt. Nicht nur das, sie dringt samt ihrer Familie ungebeten in Sandys Leben ein. Und es entspinnt sich eine Geschichte über Freiheit und Unterdrückung, in der sich ein kunstvolles eisernes Schloss aus dem sechzehnten Jahrhundert und seine Schmiedin in die zunehmend chaotische Gegenwart drängen…“

 



Okay, das war ein wilder Ritt - sowohl sprachlich als auch das Storytelling. Trotzdem konnte mich der Roman nicht überzeugen und wieso es so ist, versuche ich euch mal zu erklären…

 

Bis zu einem gewissen Punkt kam mir die Geschichte in „Gefährten“ ein bisschen so vor, als würde ich den Traum einer anderen Person lesen. Völlig abgedreht, eine Art Fiebertraum; was ist real, was ist fiktiv? Das hatte auf jeden Fall einen guten Reiz, sodass ich weiterlesen wollte, obwohl es keine richtige Handlung gab.

 

Dann kam aber der Einbruch im ersten Teil des Buchs in Form von absolut übergriffigen Zwillingen und deren Familie. Ich wollte schreien vor Wut und habe sie aus tiefstem Herzen gehasst. Bücher mit unsympathischen Figuren und/oder Familien haben es leider schwer bei mir, sowas möchte ich nicht lesen, meine Zeit ist mir dafür zu schade. Wenn die Figuren oder die Handlung wenigstens ein wenig lustig gewesen wären, aber nein, das war leider nur eine Qual für mich.

 

Der zweite Einbruch, der aber nicht so viel wiegt wie der erste: Eine Reise in die Vergangenheit, in der wir von der aktuellen Corona-Pandemie zum Mittelalter und der Pest wandern. Hier hätte ich mir so sehr gewünscht, dass die losen Enden aus dem ersten Teil und diesem zweiten Teil zusammengeführt werden. Leider vergebens…

 

Kennt ihr diese Geschichten, die ihr nicht versteht, aber bei denen ihr trotzdem bis zum Kern vordringt und es zwar Verständnis gibt, aber kein Verstehen? So erging es mir mit „Gefährten“ von Ali Smith: Ich habe Verständnis für diese Geschichte, aber verstanden habe ich sie leider nicht. Das schmälert mein Lesevergnügen leider sehr, denn ich bin ein Mensch, der auch verstehen möchte. „Gefährten“ war mir leider zu schwer zu durchleuchten und was die Autorin nun genau aussagen wollte, bleibt mir leider schleierhaft.

 

Das folgende Zitat von Seite 12 trifft es wohl ganz gut:

 

⟫ Tragödie versus Farce. ⟪

 

Angefangen mit einem Anruf einer alten Kommilitonin und einem mysteriös erscheinenden Schloss, endet das Buch leider so, wie es angefangen hat: Abrupt. Ohne Spektakel. Ohne Aufklärung. Von mir gibt es leider keine Empfehlung.

 


„Gefährten“ von Ali Smith

Originaltitel: Companion Piece

übersetzt von Silvia Morawetz

Hardcover, 256 Seiten, 24€

erschienen am 24. Mai 2023

HIER geht's zur Verlagsseite.